Xbox Live: Funktioniert die Selbstkontrolle?

Xbox LiveCheater, Nörgler und Spielverderber gibts leider überall. So auch auf Xbox Live. Dabei ist die Reichweite der mühsamen Taten ziemlich gross: Von Beschimpfungen via Voice Chat über absichtliches Töten von Mitspielern bis hin zu beleidigenden oder gar rassistischen Profilen gibt es online alles zu sehen. Genau wie im Web ist auch Xbox Live so etwas wie ein kleiner Spiegel der Gesellschaft, wenigstens innerhalb der Zielgruppe. Um sich vor solchen Attacken und Falschspielereien zu schützen, bietet Microsoft diverse Möglichkeiten an. Aber greifen die auch wirklich? Wir haben den Test gemacht und müssen sagen: Leider nein.

Konkret bietet Xbox Live zwei Varianten an, mit denen man sich gegen Übergriffe und falsches Verhalten von Mitspielern wehren kann. Die eine ist dabei mehr für spielerische Verstösse gedacht und hat im Falle eines Vergehens auch keinen grossen Einfluss auf den Übeltäter. Er wird aber, und das ist ja das Ziel, mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr im selben Match wie das Opfer auftauchen. Variante zwei ist für üblere Verstösse: Cheater oder User, die andere Xbox Live Spieler beleidigen oder gar stalken, können hier gemeldet werden. Die sogenannten Beschwerden leitet das System weiter, wobei nach einer Überprüfung Massnahmen (bis hin zu einem Ausschluss von Xbox Live) vollzogen werden.

  • Reputation: Pech gehabt: Voller Euphorie ist man ins Onlinespiel eingestiegen und muss nun miterleben, wie ein zerstörungswütiger 13jähriger das Game sabotiert, auf Mitspieler schiesst oder sich sonst wie daneben benimmt. Für solche Fälle kann man dem Spieler eine Wertung abgeben, die dazu führt, dass er in Zukunft gemieden wird. Ebenso ist es natürlich möglich, sich tadellos verhaltende Spieler zu loben. Frage: Funktioniert das Prinzip? Antwort: Nur teilweise. Meidet man einen User, dann wird man mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr mit ihm zusammentreffen. Das scheint also zu funktionieren. Bezüglich der Reputation (Kurzform: Rep, siehe Bild), ändern solche Wertungen allerdings kaum etwas. Neue User auf Xbox Live haben eine Wertung von 2.5 Sternen, was man als Durchschnitt ansehen könnte. Wer länger dabei ist, hat volle fünf Punkte - egal, wie er sich verhält. Wir haben jedenfalls in Hunderten von Stunden (und zahlreichen Missetätern) nie einen gesehen, der eine schlechte Reputation hätte. Schade, da man so bei Duellen User mit schlechtem Rep von vorne rein meiden könnte.
  • Beschwerde: Schwerere Vergehen kann man mit einer Beschwerde ahnden. Diese landet bei der XBL Administration, die so dann entsprechende Prüfung und Massnahme einleitet (bzw. einleiten sollte). Beispiele gibt es genug: Falschspieler, Beleidigungen, Bedrohungen, anstössige Inhalte, rassistische oder gewaltverherrlichende Aussagen, und so weiter. Wir haben das Feature ausprobiert und zwar bei einem User, der mit dem Gamertag “Judenslayer” unterwegs ist. Ganz klar ein Verstoss gegen die Richtlinien und offensichtlich rassistisch. Nach einer entsprechenden Beschwerde haben wir den User weiter beobachtet. Resultat: Auch nach mehreren Monaten ist er nach wie vor online - mit demselben Nickname. Auch heute kann man ihn (via Xbox Live oder MyGamerCard) problemlos finden. Fazit: Schade, aber der Beschwerde-Mechanismus hat, jedenfalls in unserem Beispiel, nicht funktioniert. Natürlich ist dieser eine Fall nicht aussagekräftig, trotzdem ist es enttäuschend, dass solche User auch nach mehreren Beschwerden nach wie vor online zu finden sind.


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One Response to “Xbox Live: Funktioniert die Selbstkontrolle?”

  1. 1
    CH360 FatOli
    Sagt

    Also ich denke mir das Beschwerden gar nicht von einem Admin überprüft werden sondern das Einfach bei einem User nach xxx Beschwerden von nem Automatischen System verschiedene Sachen eingeleitet werden , egal ob diese anschuldigungen stimmen oder auch nicht. So denke ich mir das ob es wirklich so ist weiß ich nicht. :-(

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